Meta steht vor Datenschutz-Untersuchungen in der EU, Indien und bei Mitarbeitern
EU-Untersuchung von Mitarbeiterüberwachung
Metas internes Maus-Tracking-System wird wegen möglicher Verletzung von EU-Datenschutzregeln untersucht, während Gerichte in Indien und eine Vereinbarung in Kentucky zusätzlichen Druck auf die Datenschutzpraktiken des Unternehmens ausüben.
Reuters berichtete, dass Metas Tool die Cursorbewegungen von Mitarbeitern aufzeichnet und Daten erfassen kann, die außerhalb der USA stammen. Das System, das für Produktivitätsüberwachung entwickelt wurde, kann diese Informationen an Server in Rechtsräumen senden, die nicht dieselben Sicherheitsvorkehrungen wie die EU haben, was einen möglichen Konflikt mit der Allgemeinen Datenschutzverordnung (GDPR) aufwirft. Die Europäische Kommission hat noch kein formelles Verfahren eingeleitet, aber die Anschuldigung allein signalisiert ein regulatorisches Risiko, das Meta nicht öffentlich angesprochen hat.
EU-Prüfung von Mitarbeiterüberwachung
Die EU-Beschwerde konzentriert sich darauf, ob Metas Maus-Tracking-Software die Anforderungen der GDPR für eine rechtmäßige, transparente Verarbeitung personenbezogener Daten respektiert. Nach Artikel 6 muss ein Datenkontrolleur eine legitime Grundlage für jede Überwachung haben, die einen Einzelnen identifizieren kann. Kritiker argumentieren, dass Meta den Mitarbeitern keine klare Opt-out-Möglichkeit oder eine Folgenabschätzung bietet, die beide von der Verordnung vorgeschrieben sind.
Metas interne Politikdokumente, die von Reuters erhalten wurden, beschreiben das Tool als ein “Leistungsverbesserungsdienst”. Die Sprache erwähnt nicht grenzüberschreitende Datenflüsse oder bezieht sich nicht auf das “Datenminimierungsprinzip” der GDPR. Wenn das System tatsächlich Tastenanschläge oder Bildschirmkoordinaten aufzeichnet, die mit einem bestimmten Benutzer verknüpft werden können, könnte die Praxis als “Profiling” nach Artikel 4(4) der GDPR eingestuft werden, was zusätzliche Compliance-Verpflichtungen mit sich bringt.
Indischer Oberster Gerichtshof kritisiert Meta und WhatsApp
In einem separaten Verfahren erteilte der Oberste Gerichtshof Indiens am Dienstag eine strenge Erklärung, in der er Meta Platforms und WhatsApp LLC für ihre Datenschutzrichtlinie kritisierte. Das Gericht sagte, es würde nicht zulassen, dass die Unternehmen “die persönlichen Daten von Indern ausbeuten”. Die Bemerkungen kamen während der Anhörungen zu Berufungen, die von Meta und WhatsApp gegen ein Urteil des National Company Law Appellate Tribunal (NCLAT) eingelegt wurden, das frühere Einschränkungen der Datenverarbeitungspraktiken der Unternehmen bestätigte.
Vergleich wegen Social-Media-Sucht in Kentucky
Metas rechtliche Exposition ist nicht auf ausländische Regulierungsbehörden beschränkt. Ein Schulbezirk in Kentucky, der das Unternehmen wegen angeblich geförderter Social-Media-Sucht verklagt hat, sicherte einen Vergleich in Höhe von 27 Millionen Dollar, wie Engadget berichtete. Der Anspruch des Bezirks basierte auf der Annahme, dass Metas Plattformen darauf ausgelegt seien, Minderjährige für längere Zeiträume zu beschäftigen und dadurch die akademische Leistung zu beeinträchtigen.
KI-Brille und versteckte Datenarbeiter
Metas bevorstehende KI-fähige Smart Glasses haben wegen der Art und Weise, wie sie visuelle Daten sammeln und verarbeiten, Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Untersuchungen von Sveriges Dagbladet und Göteborgs-Posten ergaben, dass ein Subunternehmer in Nairobi, Kenia, Tausende von Annotatoren beschäftigt, die Video-Streams, die von den Brillen aufgenommen werden, beschriften. Arbeiter berichteten, dass sie Filmmaterial von Personen in privaten Umgebungen - einschließlich Badezimmer und Schlafzimmer - ohne deren Wissen gesehen haben.
Android-Tracking-Missbrauch, der Meta und Yandex verbindet
Eine gemeinsame Forschungsarbeit unter Führung von IMDEA Networks und Radboud University ergab einen separaten Datenschutzmissbrauchsvektor, der Android-Geräte weltweit betrifft. Die Studie ergab, dass native Meta-Apps wie Facebook und Instagram sowie Yandex-Anwendungen lokale Server auf dem Gerät öffnen und auf festen Ports lauschen. Durch diese Kanäle empfangen die Apps Web-Tracking-Daten von Metas Pixel und Yandex Metrica-Skripten, die in Millionen von Websites eingebettet sind.
Finanzielle Auswirkungen von datenschutzorientierten Plattformänderungen
Metas Datenschutzherausforderungen haben sich in einem messbaren Einfluss auf die Einnahmen niedergeschlagen. Der Finanzvorstand des Unternehmens, David Wehner, sagte Analysten, dass Meta erwartet, mehr als 10 Milliarden Dollar an Werbeeinnahmen zu verlieren, etwa 8% seines Jahreseinkommens, als direkte Folge von Apples App Tracking Transparency (ATT)-Rahmenwerk. Der Verlust trug zu einem 26%igen Rückgang des Meta-Aktienkurses nach der jüngsten Gewinnmitteilung bei.
Was zu beobachten ist
Das nächste Quartal wird zeigen, ob die europäische Datenschutzbehörde ein formelles GDPR-Verfahren gegen Metas Mitarbeiter-Tracking-Software einleitet. In Indien könnte die nächste Anordnung des Obersten Gerichtshofs zu den Berufungen einen Präzedenzfall für Konsensstandards in den digitalen Diensten des Landes setzen. Schließlich wird die Einführung von Chromes Abhilfe für lokale Port-Tracking ein Lackmustest dafür sein, ob Meta den Android-Missbrauch eindämmen kann, bevor zusätzliche Klagen auftreten. Interessengruppen sollten diese regulatorischen Verfahren überwachen, da sie Metas Datenschutz-Roadmap und seine Fähigkeit, Nutzerdaten zu monetarisieren, prägen werden.