Apples CEO-Nachfolge und die Suche nach vertikaler Integration
Apples Führungswechsel
Apple-CEO Tim Cook tritt zurück, und John Ternus übernimmt das Ruder. Dieser Schritt kommt für diejenigen, die mit Apples Innenleben vertraut sind, nicht überraschend, wirft aber Fragen über die zukünftige Ausrichtung des Unternehmens auf. Mark Gurman von Bloomberg war der Erste, der die Nachricht berichtete.
Ternus, der seit über einem Jahrzehnt bei Apple tätig ist, hat maßgeblich zu den Hardware-Engineering-Bemühungen des Unternehmens beigetragen. Seine Ernennung zum CEO deutet darauf hin, dass Apple sich weiterhin auf seine Stärken im Hardware-Design und -Engineering konzentrieren wird. Aber was bedeutet das für Apples Ambitionen im Chip-Design?
Eine Geschichte der vertikalen Integration
Apple hat seit Langem ein Interesse an vertikaler Integration und hat bereits in den 1980er Jahren versucht, eigene CPUs zu entwickeln. Das Projekt Aquarius, das Mitte der 1980er Jahre initiiert wurde, zielte auf die Schaffung einer Mehrkern-CPU-Architektur ab. Obwohl das Projekt nie verwirklicht wurde, zeigt es Apples Bereitschaft, in ambitionierte Forschungs- und Entwicklungsprojekte zu investieren.
Im Jahr 1989 tauchte ein vertrauliches Dokument mit dem Titel ‘Scorpius Architectural Specification’ auf, das die allgemeinen Konzepte von Mehrkern-CPU-Architekturen umriss. Dieses Dokument, das von einem anonymen Benutzer mit offensichtlichen Verbindungen zu Apple auf das Internet Archive hochgeladen wurde, zeigt, dass Apples Interesse an der Entwicklung eigener CPUs weit vor seiner Zeit lag.
Die Herausforderungen des Chip-Designs
Allerdings waren Apples Versuche, in den Chip-Design-Markt einzutreten, nicht immer erfolgreich. Wie Tom Hornby von Low End Mac feststellte: ‘Apple war kein Mikrochip-Unternehmen, und es hatte nicht die Ressourcen, um eines zu werden.’ Die mangelnde Erfahrung des Unternehmens im Mikroprozessor-Design und -Herstellung machte es schwierig, mit etablierten Playern wie Intel und Motorola zu konkurrieren.
Apples jüngster Erfolg mit seinen A-Serie-Chips, die in-house entwickelt und von TSMC hergestellt werden, deutet darauf hin, dass das Unternehmen aus seinen früheren Erfahrungen gelernt hat. Die Entscheidung des Unternehmens, sich von Intel-CPUs für seine Mac-Produktreihe zu trennen, ist ein wichtiger Schritt in Richtung vertikaler Integration.
Was kommt als Nächstes für Apple?
Wenn Ternus die Zügel als CEO übernimmt, muss er Apples komplexe Beziehungen zu Zulieferern und Partnern navigieren. Die Konzentration des Unternehmens auf vertikale Integration und Chip-Design wird wahrscheinlich fortgesetzt, aber es muss auch seine Kontrolle mit der Notwendigkeit von Zusammenarbeit und Innovation in Einklang bringen.
Worauf zu achten ist: Apples Chip-Design-Bemühungen werden in den kommenden Jahren genau beobachtet, insbesondere wenn das Unternehmen weiterhin auf die Trennung von Intel-CPUs setzt. Wird Apples internes Chip-Design zu Erfolgen führen, oder wird das Unternehmen neue Herausforderungen auf seinem Weg zur vertikalen Integration gegenüberstehen?